Mirow und das Seerosenparadies

Wir haben es als Berliner nicht weit bis nach Mirow. Nach gut anderthalb Stunden Fahrzeit erreichen wir die mecklenburgische Kleinstadt, die auch ein anerkannter Erholungsort ist. Mirow liegt südlich des Müritz Nationalparks in der Mecklenburgischen Seenplatte und ist von vielen Seen und Wasserwegen umgeben. Also ein ideales Ziel für einen Urlaub in der Natur. Besonders gefallen hat uns dort das Seerosenparadies, das man im Rahmen einer Dampferfahrt erleben kann oder mit gemieteten Booten.

Stellplätze in Mirow

Für Wohnmobilfahrer gibt es an der Schlossinsel einen hübsch gelegenen Stellplatz auf dem Schlossparkplatz, wo man gegen eine Parkgebühr (leider nur für eine Nacht) stehen kann. Ver- und Entsorgung ist gegen Bezahlung möglich. Eine Art Automat öffnet sich für einige Minuten und man kann die Toilettenkassette und das Grauwasser entsorgen. Einen Bodeneinlass für Grauwasser konnten wir nicht entdecken.

Mirow, Campingplatz und Wohnmobilstellplatz am Strandhotel am Mirower See
Campingplatz und Wohnmobilstellplatz am Strandhotel in Mirow am Mirower See

Wir hatten für unseren Aufenthalt in Mirow auf dem Campingplatz am Strandhotel reserviert. Dort können auch zirka sechs Wohnmobile stehen. Eine Grauwasserentsorgung über einen Bodeneinlass ist nicht vorhanden. Toilettenkassetten können aber entsorgt werden. Frischwasser kann man problemlos aufnehmen. Preis pro Nacht für Wohnmobil mit zwei Personen inclusive Ver- und Entsorgung, Strom und Kurtaxe 18,80 Euro.

Campingplatz am Weißen See bei Wesenberg in Mecklenburg-Vorpommern
Campingplatz am Weißen See bei Wesenberg in Mecklenburg-Vorpommern

Wegen der in Mirow für uns fehlenden Möglichkeit zur Grauwasserentsorgung haben wir den Campingplatz am Weißen See bei Wesenberg angefahren, der einige Kilometer von Mirow entfernt liegt. Dort war man auch sehr nett und ließ uns unser Grauwasser entsorgen. Der Campingplatz am Weißen See liegt übrigens sehr schön im Wald. Eine Reservierung ist auch dort unbedingt nötig. (Tagestouristen sind in Mecklenburg-Vorpommern nach wie vor nicht gestattet. Man muss eine Buchung über einen mehrtägigen Aufenthalt nachweisen können. Dies wird übrigens auch durchaus von der Polizei kontrolliert.)

Mirow, Blick von der Mirower Kirche auf die Mecklenburgische Seenplatte
Blick von der Mirower Kirche auf die Mecklenburgische Seenplatte

Mirower Schloss

Im Ort Mirow ist das Schloss sehenswert, das auf einer kleinen Insel liegt. Ganz in der Nähe befindet sich die Schlosskirche (Johanniterkirche), von deren Kirchturm aus man einen wunderbaren Blick über die mecklenburgische Landschaft hat. Die ältesten Teile der im Innenraum schlicht gehaltenen Kirche stammen aus dem 14. Jahrhundert. Das hübsche Torhaus von 1588 war aber gerade eingerüstet und wurde restauriert. Über eine Eisenbrücke erreicht man die kleine Liebesinsel und blickt von dort aus auf den Mirower See.

Mirow, Im Seerosenparadies bei Mirow auf der Mecklenburgischen Seenplatte
Im Seerosenparadies bei Mirow auf der Mecklenburgischen Seenplatte

Das Seerosenparadies

Von Mirow aus kann man mit einem Dampfer im Rahmen einer 5-Seenfahrt das Seerosenparadies erleben. Natürlich geht das auch mit Mietbooten. Die mecklenburgische Seenplatte ist schließlich ein Paradies für Kanu- und Paddelbootfans. Highlight der zweistündigen Tour ist ein riesiger Seerosenteppich, der fast den kompletten kleinen Kotzower See bedeckt und zwischen Mai und September durch die unzähligen blühenden Seerosen ein wunderbares Erlebnis und Fotomotiv ist. Vom letzten See der Rundfahrt, dem Leppinsee, kann man mit kleinen Booten durch den Bolter Kanal den Müritz Nationalpark erreichen.

Das Strandhotel in Mirow
Das Strandhotel in Mirow

Infos:

Seerosenfahrt Blau-Weisse-Flotte

Mai-September täglich 14.00 bis 16.00 Uhr
Juli-August täglich 10.00 bis 12.00 Uhr und 16.00 bis 18.00 Uhr

Mirow, Wohnmobilstellplatz am Schlossparkplatz
Wohnmobilstellplatz am Schlossparkplatz in Mirow

Stellplatz am Schlossparkplatz, Herrensteig, 17252 Mirow

Campingplatz am Strandhotel, Strandstraße 20, 17252 Mirow Tel. 039833 22 019

Campingplatz am Weißen See bei Wesenberg

Nationalpark Bayerischer Wald – 50 Jahre

Im Nationalpark Bayerischer Wald kann man einzigartig in Europa hautnah die Entstehung eines wilden Waldes miterleben. Seit Mitte der neunziger Jahre brachten Borkenkäfer weite Teile des Fichtenwaldes in den Hochlagen des Nationalparks zum Absterben. Je nach Sichtweise kann man dies als Katastrophe oder aber als Chance für den Wald wahrnehmen. Im Jahr 2020 wird der erste Nationalpark Deutschlands 50 Jahre alt. Das Motto „Natur Natur sein lassen“ prägt das Handeln des Menschen im Nationalpark. Wir zeigen euch, wo im Nationalpark es am schönsten ist und was es sonst noch so zu sehen gibt.

Eines meiner Lieblingszitate über den Wald stammt von einem berühmten Schriftsteller. „In den Wäldern sind Dinge, über die nachzudenken man jahrelang im Moos liegen könnte“. Dieses Zitat von Franz Kafka trifft es sehr gut. Wer sich mit allen Sinnen auf diesen Lebensraum einlässt, kann ihn in seiner ganzen Vielfalt und Faszination von Farben und Formen und Gerüchen erleben. Und genau dazu gibt es in Deutschlands erstem Nationalpark Bayerischer Wald reichlich Gelegenheit.

Wunderbar anzusehen sind die tausenden Fichten, die im gesamten Nationalpark Bayerischer Wald neu wachsen
Wunderbar anzusehen sind die tausenden Fichten, die im gesamten Nationalpark neu wachsen

Natur Natur sein lassen im Nationalpark Bayerischer Wald

Der Wald ist nicht nur eine Summe von Bäumen oder ein Mittel zur Holzproduktion. Er ist ein faszinierendes Ökosystem mit einer Vielzahl von Pflanzen, Tieren und Mikroorganismen. Im Nationalpark sollen sich alle Lebewesen frei entwickeln können. In der Natur ist das Wirken verschiedener Kräfte ein natürlicher Vorgang und so begann, ausgelöst durch den Borkenkäfer ein eindrucksvoller Walderneuerungsprozess.

Totholz bedeutet Leben! Das eigentliche Leben beginnt, wenn ein Baum stirbt. Das klingt zwar paradox, erweist sich aber im Ökosystem Wald als wahr. Zahllose Insekten, Pilze und Flechten hängen in ihrem Lebenszyklus ganz oder teilweise von abgesorbenem Holz ab. Totholz ist eines der ökologisch wichtigsten Strukturelemente unserer Wälder.

Wo es am schönsten ist

Für uns sind die Schachten und Filze des Nationalparks Bayerischer Wald die schönsten Ecken. Schachten sind ehemalige Viehweiden, die „Almen“ des Bayerischen Waldes. Die Region der Schachten ist nur nach einem langen und beschwerlichen Aufstieg zu erreichen. Deshalb trifft man dort oben viel weniger Wanderer, was den Reiz der zauberhaften Landschaft nur noch erhöht. Die schönsten Stunden im Nationalpark Bayerischer Wald haben wir dort verbracht. Zum Beispiel auf dem Lindbergschachten, dem Albrechtschachten oder dem Verlorenen Schachten.

Ausgangsort für unseren Besuch im Nationalpark Bayerischer Wald ist der Ort Neuschönau
Ausgangsort für unseren Besuch im Nationalpark Bayerischer Wald ist der Ort Neuschönau

Vom Lusen zum Tummelplatz

Einen der vielen besonders schönen und wilden Waldabschnitte des Nationalparkes Bayerischer Wald kann man zwischen dem Lusen und dem Tummelplatz sehen. Dort wird schon heute besonders deutlich, wie prächtig sich der Wald in den kommenden Jahrzehnten im Nationalpark entwickeln wird. Dabei wird sich die Waldstruktur immer wieder verändern, denn mit der zunehmenden Größe der Fichten verändert sich die Lichtsituation für andere Bäume und Pflanzen. Wachsen und vergehen, ein natürlicher Kreislauf in der Natur.

Wandertipp am Lusen

Hier zwei möchten wir euch zwei Wandermöglichkeiten vorstellen: Einmal über den Winterweg hinauf zum Lusen, wobei man kurz unterhalb des Gipfels nach rechts abzweigt und dem Weg „Grünes Dreieck“ folgt. Ein anderer schöner Weg (Insgesamt ca. 12 Kilometer Wanderstrecke bei einem mittleren Schwierigkeitsgrad) führt vom Parkplatz Sagwassersäge aus am Sagwasser entlang mäßig ansteigend über die Sagwasserklause hinauf zum Weg „Grünes Dreieck“. Auf diesem geht es dann in Richtung Tummelplatz durch einen grandiosen dichten jungen Wald, der wunderschön anzusehen ist. Der Wanderweg ist teilweise so schmal, dass man hintereinander laufen muss. Die zahllosen jungen Fichten des Bergwaldes haben in den Jahren eine stattliche Größe erreicht. Es gelang uns nicht, Stellen wiederzufinden, die wir im Jahr 2005 gefilmt haben, um aktuelle Vergleichsaufnahmen zu machen.

Der Tummelplatz ist eine alte Hochweide

Der Weg durch den neuen wilden Wald bis hin zum Tummelplatz ist ein einziger Genuss. Der Tummelplatz ist übrigens eine alte Hochweide. Die große Holzhütte dort ist nicht bewirtschaftet. Ganz in der Nähe liegt übrigens der Aussichtspunkt Großalmeyerschloß. Nach einer Brotzeit kann man sich wieder auf den Heimweg machen. Dazu geht man auf dem Weg „Grünes Dreieck“ einige hundert Meter zurück, bis zum Weg „Arnika“. Diesem Weg bergab folgen und nach cirka drei Kilometern erreicht man am Parkplatz Sagwassersäge wieder den Ausgangspunkt der Wanderung.