Die Mosel entdecken

Die Mosel war die nächste Weinregion, die wir auf unserer Herbsttour 2022 besuchen wollten. Auf unserem Reiseprogramm standen Orte an der unteren Mosel an der mittleren und an der oberen Mosel. Die Mosel fließt auf 250 km von Luxemburg bis zur Mündung in den Rhein bei Koblenz. Die Mosel ist etwas ganz besonderes. Im ältesten Weinanbaugebiet Deutschlands wachsen auf den steilsten Weinbergen Europas wunderbare Weine auf Schiefergestein heran. Auch der Saar, die zum Weinanbaugebiet Mosel zählt, wollten wir unbedingt einen Besuch abstatten.

Mosel - Burg Eltz

Burg Eltz

Wir beginnen unsere Reise an der Burg Eltz um eine der schönsten Burgen Deutschlands zu besuchen. Wir fahren dazu in Müden auf einer schmalen Straße zum Wanderparkplatz Müdener Berg. Dort kann man mit dem Wohnmobil für vier Euro pro Nacht parken und auch übernachten. Allerdings ohne jeden Service. Bezahlt wird an einem Parkautomat. Der Parkplatz ist ein idealer Ausgangspunkt für eine Wanderung zur Burg Eltz. Man kann von dort aus verschiedene Wege gehen.

Einer dieser Wege ist 1,7 km lang und laut Beschreibung anspruchsvoll. Das kann ich nur bestätigen, denn es geht die ganze Strecke stramm bergab zur Burg Eltz. Bergab zu laufen geht sehr in die Knie, erst recht dann, wenn man nicht mehr ganz taufrisch ist. Nach circa einer halben Stunde erreicht man die Burg und muss vorher den kleinen Bach Elz überqueren. Dann geht es über Treppen wieder hinauf zur Burgbrücke. Dort merkt man je nach Tageszeit, dass man nicht alleine ist. Hunderte andere Menschen wollen ebenfalls die Burg sehen und entsprechend lang ist die Wartezeit, um in die Burg zu kommen. Ich begnüge mich deshalb mit dem wirklich wunderbaren Blick auf die märchenhafte Burg. Der Andrang an den schönsten Fotospots ist entsprechend groß und Anstehen ist angesagt.

Der Weg zurück zum Parkplatz war weniger anstrengend als der bergab. Zum Glück hatte ich Sylvias kräftigen Wanderstock mit, den sie sich aus der Uckermark mitgebracht hat. Im Herbst ziehen am Wanderparkplatz oft Kraniche vorbei und am Morgen steigen Nebelschwaden aus dem Tal auf.

Nach diesem ersten Highlight ging es zurück ins Moseltal und dann nach Cochem. In Cochem war mächtig was los. Trubel, eine absolute Fülle, Menschen über Menschen. Über der kleinen Kreisstadt mit 5000 Einwohnern thront die hübsche Reichsburg aus dem zwölften Jahrhundert. Sehr viel Betrieb herrschte auch auf der Moselpromenade. Ein Restaurant und eine Weinstube an der anderen. Und zahlreiche Ausflugsschiffe starten zu Moseltouren. Die kleine Altstadt von Cochem ist sehenswert. Außerdem besuchten wir eine Senfmühle und deckten uns mit leckeren Senfsorten ein. In der Nähe gibt es übrigens auch den Bundesbankbunker, der unter Denkmalschutz steht. 

Der wunderschöne Ort Beilstein an der Mosel

 

Beilstein, Dornröschen der Mosel

Nur etwa 12 km sind es bis nach Ellenz-Poltersdorf. Dort hatten wir auf dem Weingut Loosen einen Stellplatz reserviert. Das ist auch unbedingt nötig, denn der Platz ist sehr beliebt. Für moderate 12,50 € kann man dort stehen und es ist nur ein Katzensprung bis zur Fähre nach Beilstein. Der hübsche kleine Ort liegt auf der anderen Moselseite.

Zwischen zwei Weinbergen liegt der wunderschöne Ort Beilstein. Darüber thront auf einem Hügel die Ruine der Burg Metternich. Beilstein besteht aus vielen blumengeschmückten Fachwerkhäusern, verbunden durch Torbögen, schmalen Stiegen und verwinkelten Gassen. Romantik pur! Der Anblick hat dem Ort den Beinamen „Dornröschen der Mosel“ eingebracht. Während der Saison strömen bis zu 1000 Besucher täglich in die winzige 140-Einwohner-Gemeinde. Der kleine Ort ist aber ein unbedingtes Pflichtziel auf einer Moselreise. Der Ortskern steht als ganzes unter Denkmalschutz, denn das mittelalterliche Stadtbild blieb wie in kaum einem anderen Dorf an der Mosel weitgehend erhalten.

Eines der Highlights ist der Marktplatz von 1322, der historische Weinkeller im ehemaligen Zehnthaus sowie die Winzerschänke mit der benachbarten Klostertreppe. Ab den 1930er-Jahren diente Beilstein so manchem deutschen Heimatfilm als Kulisse. So wurde „Wenn wir alle Engel wären“ mit Heinz Rühmann hier gedreht. Von der barocken Karmeliterkirche am Ende der Klostertreppe aus hat man einen schönen Blick auf den Ort und die Mosel..

Burg Metternich

Die Burg wurde 1268 erstmals erwähnt. Sie hat den dreißigjährigen Krieg unbeschadet überlebt. 1637 wurde sie Eigentum der Herren von Metternich. 1689 wurde die Burg von französischen Truppen im Pfälzer Erbfolgekrieg zerstört und nicht wieder aufgebaut. Der 25 Meter hohe Bergfried kann als Aussichtsturm erklommen werden und bietet einen tollen Blick auf die Mosel.

Bernkastel-Kues an der Mosel
Bernkastel-Kues an der Mosel

Traben Trarbach und Bernkastel-Kues

Wir fahren weiter die Moselstraße entlang vorbei an Bremm. In Bremm wollen wir eigentlich die Moselschleife ansehen, doch die Strasse zum Aussichtspunkt ist für Fahrzeuge über 2,50 Meter gesperrt. So bleibt für Wohnmobilfahrer nur der Fußweg nach oben.  Weiter geht es nach Traben-Trarbach, wo wir einen kurzen Zwischenhalt einlegen. Die Jugendstilbauten dort sind auf jeden Fall einen Besuch wert. 

In Traben-Trarbach gibt es einen guten Fahrradladen, den wir nur empfehlen können. Seit über 7o Jahren ist Zweirad Wagner der führende Fachbetrieb für Fahrräder in dem Moselort. Selbst an einem Freitagnachmittag sagte uns ein Mitarbeiter zu unserem Reparaturproblem „Da mache ich mich sofort ran“.  In einer viertel Stunde war das Rad repariert und das zu einem absolut fairen Preis. Wenn ihr also in Traben-Trarbach zufälligerweise mal ein Radproblem habt, wisst ihr wo ihr hinmüsst. Man verleiht dort übrigens auch E-Bikes. Das Geschäft liegt leicht zu finden am Brückentor. 

Weiter ging es nach Bernkastel-Kues. Die Stadt mit ihren 6000 Einwohnern wartet mit einer sehr hübschen kleinen Altstadt auf. Zahlreiche Läden, Weinrestaurants und Cafés laden zum Verweilen ein. Am schönsten ist der mittelalterliche Marktplatz.

Nach Bernkastel-Kues zieht es uns weiter an den Oberlauf der Mosel nach Trier.

Unsere benutzten Stellplätze an der Mosel findest du hier

Die Porta Nigra in Trier an der Mosel
Die Porta Nigra in Trier an der Mosel

Trier

Vor mehr als 2000 Jahren wurde Trier als Augusta Treverorum gegründet. Aus diesem Grund beansprucht Trier, die älteste Stadt Deutschlands zu sein, da es diesen Status bereits in römischer Zeit innehatte. Unter dem Namen Treveris erlangte es in der Spätantike, seine größte Bedeutung. Es war eine von vier Kaiserresidenzen, und der gesamte Nordwesten des Römischen Reichs wurde damals von Trier aus regiert. Die vielen herausragenden Baudenkmäler aus römischer und gotischer Zeit sind Grund genug, Trier zu besuchen.

Neben dem hübschen Markt in der Altstadt solltet ihr euch die römischen Bauten wie die Kaiserthermen und das Amphitheater anschauen. Das lohnt auf jeden Fall. 

Römisches Amphitheater in Trier an der Mosel
Römisches Amphitheater in Trier an der Mosel

Wer sich für Kirchenbauwerke interessiert, sollte hier vorbeischauen: Die Hohe Domkirche St. Peter zu Trier ist die älteste Bischofskirche Deutschlands und die Mutterkirche des Bistums Trier. Mit einer Länge von 112,5 Metern und einer Breite von 41 Metern ist das Bauwerk das größte Kirchengebäude der Stadt Trier und ein bedeutendes Zeugnis abendländischer sakraler Baukunst.

Die Liebfrauenkirche in Trier befindet sich unmittelbar neben dem Trierer Dom im Zentrum der Stadt. Sie gilt zusammen mit der Elisabethkirche in Marburg als älteste gotische Kirche in Deutschland und als bedeutendster und frühester gotischer Zentralbau des Landes.

Quellen: Wikipedia