Traumziel Hirschberger Tal

Das Hirschberger Tal am Rande des Riesengebirges war neben Masuren unser absolutes Highlight unserer sechswöchigen Reise nach Polen 2025.  Das Tal wartet zum einen mit einer wunderschönen lieblichen Landschaft und darüber hinaus mit 30-40 sehenswerten Schlössern auf. Ihr solltet für einen Besuch in dieser Ecke Schlesiens mehrere Tage einplanen. Als Basis für euren Aufenthalt empfehlen wir euch Karpacz und dort in der Nähe den Campingplatz „Camp 66“. 

In unseren Reisenotizen erfahrt ihr wissenswerte Dinge über das Hirschberger Tal und wir haben euch jede Menge Links und Tipps für eure Reise zusammengestellt.

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Freitag, 17. September 2025

Ins Riesengebirge

Wir fahren gegen 12 Uhr in Breslau los und brauchen zwei Stunden bis Karpacz. Das Wetter ist leider durchwachsen. Für unser Vorhaben haben wir als perfekten Ort einen schönen Campingplatz in der Nähe von Karpacz ausgewählt, wo wir vor zwei Jahren schon einmal waren. Vom diesem Platz aus hat man einen wunderbaren Blick auf die Riesengebirgskette mit der Schneekoppe. Bis zu den Sehenswürdigkeiten des Hirschberger Tales ist es nicht weit.

Wir checken im „Camp66“ ein und zahlen bei sieben Tagen pro Tag 25 Euro (ohne Strom). Der Preis ist höher als vor zwei Jahren, da der Wechselkurs im Herbst 2025 schlechter ist als im Jahr 2023. (4,6 in 2023 zu 4,15 in 2025)

Camp66 in der Nähe von Karpacz
Camp66 in der Nähe von Karpacz

Da wir keine Lust mehr zum Kochen haben, essen wir etwas im gemütlichen Restaurant des Camps und zahlen für 2 Personen incl. Getränke 25 Euro. Sylvia hatte Gulasch mit Kartoffelklössen, ich Piroggen nach russischer Art, gefüllt mit Kartoffeln und Frischkäse.

Website des Platzes https://camp66.pl/

 

Donnerstag, 18. September 2025

Karpacz / Krummhübel

Nichts besonderes an diesem Tag. Das Wetter ist regnerisch. Gegen Mittag wird das Wetter besser. Sylvia sitzt am Videoschnitt.

Wetter: 19 / 9 °C.   ☀️ Sonnenaufgang: 06:38 Sonnenuntergang: 19:06
Ort: 50.793468, 15.76913

 

Freitag, 19. September 2025

Die Schlössertour beginnt

Wir stehen um 6 Uhr auf und wollen rechtzeitig mit unserer Schlössertour beginnen. Um 9 Uhr geht es los, der erste Halt war beim Palac Myskalowicze. Das ehemalige Schloss Erdmannsdorf ist leider in einem ziemlich bedauernswerten Zustand. Niemand ist auf dem Gelände zu sehen, alle Tore stehen offen. Wir machen einige Fotos und Videos. In dem Schloss soll wohl eine Art Schule untergebracht sein. Davon ist aber absolut nichts zu sehen und zu bemerken.

In der Nähe ist eine parkähnliche Anlage mit einem hübschen See. In der Umgebung findet man auch die Tyrolerhäuser, die Mitte des 19. Jahrhunderts für Glaubensflüchtlinge aus dem Zillertal gebaut wurden. 40 Häuser soll es gegeben haben.

Weitere Infos:

https://landsmannschaft-schlesien.de/schloss-erdmannsdorf/

https://www.schlesien-heute.de/news/schloss-erdmannsdorf-wird-versteigert

Lust auf Schlösser und ähnliches? Hier gibt es Angebote
https://www.realportico.de/historische-immobilien/kauf/polen

Dann wollen wir weiter nach Lomnitz, der Ort liegt nur ein paar Kilometer entfernt.

Infos: https://www.silesia-news.de/2020/07/15/in-lomnitz-lomnica-wurde-das-bethaus-feierlich-eroeffnet/

Gegenüber vom Schloss gibt es den ebenfalls sanierten Gutshof mit einem Leinenladen, sowie einen Laden mit regionalen Produkten. Im Restaurant „Alter Stall“ kann man bodenständige Gerichte bestellen und unter Sonnenschirmen eine Mittagspause vom Schlossbesuch machen. Lomnitz ist übrigens einer der Hauptanziehungspunkte im Hirschberger Tal. Ganze Busladungen Besucher kommen hier vorbei.

Um die Ecke: Schloss Schildau im schlechten Licht

Zum nächsten Schloss ist es nur ein Katzensprung. SDort besuchen wir das Schloss Lomnitz und den dazugehörigen Gutshof. Die Anlage macht einen schönen Eindruck, das war aber lange Zeit nicht so. Das Schloss stand nach einer wechselhaften Geschichte und den Wirren des 2. Weltkrieges nach 1978 leer und verfiel zur Ruine. Der Wiederaufbau erfolgte dann durch die Familie Küster, welche die Ruine 1991 kaufte und den Bau mit einer polnischen Handwerkertruppe soweit sichern konnte, dass 1995 ein neuer Dachstuhl aufgestellt werden konnte und erste neue Decken eingebaut werden konnten. (Zitat aus Schlesien heute „Schloss und Gut Lomnitz im Riesengebirge“) Wir bewundern dieses Engagement, das diesen Teil der Geschichte wieder erlebbar macht.

Ausstellung im Schloss Lomnitz
Ein Raum der Ausstellung im Schloss Lomnitz

Im Schloss ist heute ein Museum untergebracht. Gezeigt wird eine Ausstellung mit dem Titel „Drei Jahrhunderte Leben im Schloss Lomnitz“. Da kaum ein Schloss nach 1945 noch seine originale Ausstattung hatte, hat man in Schloss Lomnitz eine Ausstellung konzipiert, die das Leben auf Adelssitzen in früheren Zeiten nachempfindet. Und das ist, so finden wir, gut gelungen.

In einem weiteren Schlossgebäude, dem 1804 gebauten Witwenhaus ist ein Hotel mit Restaurant untergebracht. Das Restaurant kann man leider nur als Hotelgast besuchen. Den sehenswerten Schlosspark kann aber jeder besuchen, es lohnt sich. Am Fluss Bober entlang geht es vorbei an Wiesen und alten Bäumen.

Auf dem Schlossgelände gibt es noch ein wunderbar restauriertes ehemaliges evangelisches Bethaus. Das Gebäude, es stand ursprünglich in Schönwaldau, wurde nach einem Feuer zerstört, abgebaut und in Lomnitz wieder aufgebaut. Polnische und deutsche Handwerker haben die Arbeiten durchgeführt. ozusagen gleich um die Ecke in Wojanow liegt das Schloss Schildau. Hier müssen wir allerdings noch einmal wiederkommen, weil das Licht zum Fotografieren für uns absolut ungeeignet war. Vor allem die besonders wichtige Vorderansicht des Schlosses. Der ganz frühe Morgen ist im Herbst die richtige Fotozeit.

Weiter geht es zum nächsten Schloss. Wir fahren über eine wirklich sehr schmale Nebenstraße, oft entlang des Flüsschens Bober und am Rande der Gory Sokole, der Falkenberge, durch die wirklich so zauberhafte Landschaft des Hirschberger Tales mit viel Grün und kleinen Siedlungen. Wegen der schmalen Straße bin ich auf der Fahrt etwas angespannt und hoffe, dass uns möglichst wenig Gegenverkehr begegnet. Die Strasse bleibt für einige Kilometer so schmal.

Schloss Fischbach im Hirschberger Tal
Schloss Fischbach im Hirschberger Tal

Wenig später erreichen wir Karpniki/Fischbach mit dem wunderschönen Schloss Fischbach. Es ist im gotischen Stil gebaut und von viel Wasser umgeben. Einfach zauberhaft. Im Schlosshotel kann man sich einquartieren um die Räumlichkeiten und die vielgelobte Küche kennenzulernen. Wir genehmigen uns im kleinen Hof des Schlosses wenigstens ein Stück Pistazienkäsekuchen (8 Euro) und einen Cafe Latte.

Samstag, 20. September 2025

Ein stürmischer Sonnabend in Karpacz / Krummhübel

Das Wetter startete super und blieb auch den ganzen Tag so. Doch plötzlich am frühen Morgen schien jemand eine Windmaschine angeschaltet zu haben. Mit heftigem Getöse wurden alle Sträucher und Bäume aufs heftigste durchgeschüttelt. Dabei war es aber bis in den Abend hinein trotzdem angenehm warm.

Eigentlich wollten wir heute etwas wandern gehen, haben uns aber bei diesem stürmischen Wetter zurückgehalten und sind lieber nicht in Wald gegangen.

Die Grillen zirpen ausdauernd bis in die Nacht hinein, einfach schön.

Mächtig was los auf dem Platz. Hochbetrieb, weil es schön und warm war und ausserdem das letzte Sommerferienwochenende in Polen.

Wetter: 25 / 14 °C. ☀️ Sonnenaufgang: 06:41 Sonnenuntergang: 19:02
Ort: 50.793468, 15.76913

Sonntag, 21. September 2025

Die Schlössertour geht weiter

Wir stehen wieder um sechs Uhr auf. Ein toller Morgen, bestes Wetter kündigt sich an. Es ist mild und der Wind ist auch weg. Gegen 7:40 geht es los, frühstücken werden wir später. Treffen um 8:15 am Schloss Schildau ein. Man hätte noch früher da sein können, doch das Licht ist noch ganz gut. Die Drohne wird losgeschickt, um das Schloss in seiner Umgebung zu zeigen. Dann geht es aufs Gelände und in den sehr schönen Schlosspark. Wir erleben eine zauberhafte Morgenstimmung mit wunderbarem Licht! Wir machen eine Runde durch den weitläufigen Park.

Schloss Schildau https://www.palac-wojanow.pl/

Weiter geht es nochmal zurück nach Lomnitz, dort wollen wir uns doch unbedingt das Museum im Schloss ansehen. Es kostet 22 pln für Senioren, das Museum ist interessant und sehr schön gemacht.

Das nächste Highlight ist nicht weit entfernt, wir wollen zum Schloss Stonsdorf. Dort angekommen, fällt uns schnell auf, dass dieses Schloss etwas in die Jahre gekommen ist. Der Putz bröckelt und Besucher mit Beeinträchtigungen haben es hier schwer. Treppen im Aussenbereich haben kein Geländer, in der Nähe der Küche stapeln sich für Besucher sichtbar Verpackungskartonagen, um die sich seit Monaten scheinbar niemand kümmert. Auch im Schloss macht so manches einen verwohnten Eindruck. Die Kritiken von Hotelgästen (hinterlegt bei Google) bestätigen das leider.

Schloss Stonsdorf
Schloss Stonsdorf

Die Sitzplätze im Aussenbereich des Hotelrestaurants liegen wunderschön und sind von altem Baumbestand umgeben. Leise plätschert ein Brunnen. Die weissen Sitzmöbel und Sonnenschirme ohne Werbeaufdruck gefallen uns gut. Leider warten wir mindestens eine Viertelstunde bis eine der wirklich bemühten und fleissigen Bedienungen eine Speisekarte bringt. Wir suchen uns etwas schönes zu Essen aus und warten ca. eine halbe Stunde, bis das Essen relativ lauwarm kommt.

Sylvias Rinderbäckchen waren butterweich, das Essen insgesamt sehr schmackhaft. Meine Entenbrust war ebenfalls lecker, die Beilagen sorgten insgesamt für ein schönes Geschmackserlebnis. Bis wir das Dessert bestellen konnten, verging leider wieder einige Zeit. Und bis es kam ebenfalls. Die Desserts waren ebenfalls lecker. Alles in allem waren wir mit dem Essen zufrieden.

Es blieb zum Glück noch Zeit für einen kurzen Spaziergang im Schlosspark, der mit seinem alten Baumbestand mit vielen verschiedenen Arten sehr hübsch anzuschauen ist. Sogar eine schmale Sichtschneise mit Blick auf die Schneekoppe (polnisch Śnieżka) gibt es noch.

https://www.palacstaniszow.pl

 

Dienstag, 23. September 2025

Karpacz / Krummhübel

Weiter eher schlechtes Wetter.

Heute gehts am frühen Nachmittag zum Park Miniatur. Mit dem Auto eine 10minütige Fahrt. Trotz 12 Euro Eintritt für Rentner sind wir schnell begeistert von der nicht sehr großen Anlage. Nahezu alle Sehenswürdigkeiten Niederschlesiens sind in einer Miniaturausstellung versammelt. Das alles ist unheimlich liebevoll, detailverliebt und eindrucksvoll gemacht. Die Gestaltung der Landschaften mit Bäumen und Seen, einfach toll! Wenn ihr nicht einige Tage Zeit für eine Schlösser- und Burgentour habt, dann könnt ihr euch in dieser Ausstellung einen perfekten Eindruck der kulturellen Schätze Schlesiens verschaffen.

Website: https://park-miniatur.com/

Abends essen wir nochmals im Camp-Restaurant. Gulasch und Getränke für uns beide ca. 30 Euro. Der gemütliche Kamin war an.

Was es in Karpacz noch zu sehen gibt: Die Stabkirche in Wang.

 

Mittwoch, 24. September 2025

Weiter gehts

Wir verlassen Karpacz gegen Mittag und wollen zur circa 55 km entfernt liegenden Burg Tzschocha (Zamek Czocha) fahren. Das Wetter ist immer noch durchwachsen und die Fahrt über eine schmale Straße empfinde ich als ziemlich anstrengend.

Beim Schloss angekommen, lösen wir lösen wir erst einmal nur ein Ticket für den Innenhof und schauen uns die Burganlage an. Wir sind ein klein wenig enttäuscht, denn wir hatten uns die Burg viel hübscher vorgestellt. Parkgebühr für Camper 20 Pln.

Wissenswertes über die Burg: die Burg ist eine Höhenburg, sie entstand etwa in der Mitte des 13. Jahrhunderts. Einst war sie eine Ritterburg, wurde im 16. Jahrhundert aber im Renaissance-Stil umgebaut. Das Baummaterial waren Granitbruchstücke und Gneis, der durch Kalkmörtel verbunden wurde. die Burg macht einen eindrucksvollen und massiven Eindruck. Ganz kann man sie kennenlernen, wenn man eine der Führungen bucht, die für 45 PLN pro Person angeboten werden. Wir haben uns mit einer Besichtigung der Burg von außen begnügt. Für die älteren unter uns sei gesagt, dass die Besichtigung mit vielen Treppenstufen verbunden ist.

Im Barockgarten der Burg fällt uns eine Statue auf, der wir schon einmal in Breslau begegnet sind. Es handelt sich um die Kopie der Fechterfigur von Hugo Lederer. Sie steht in Breslau vor der Universität. In der Burg gibt es ein Hotel.

Website und Infos

https://zamekczocha.com/#2

https://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Tzschocha

Wir fahren danach gleich weiter nach Bunzlau, so ca. 50 Kilometer entfernt. Das ist auch wieder dank der Strassenverhältnisse und der polnischen Fahrweise zunehmend anstrengend.

Ankunft in Bunzlau gegen 18 Uhr. Wir nutzen den kostenlosen Stellplatz am längsten Bahnviadukt Europas, das fast 500 Meter lang ist. Der Platz ist kostenlos, aber auch ziemlich laut. Wir haben trotzdem ganz gut geschlafen.  Die Entsorgung ist übrigens kostenlos, Strom und Frischwasser nicht. Koordinaten: 51,26719° N 15,55520° O

Das der erste kostenlose Stellplatz in Polen. Von den Preisen her müssen wir nochmals betonen, dass diese in Polen ganz schön gestiegen sind. Stellplatz- oder Campingplatzpreise zwischen 20 und 40 € pro Nacht sind mittlerweile an der Tagesordnung. Einen Restaurantbesuch in Polen empfinden wir trotz gestiegener Preise immer noch als etwas günstiger. Erst recht in der gehobenen Gastronomie.

Zusätzliche Infos: https://polenjournal.de/aktuelles-aus-polen/wirtschaft/einkaufen-in-polen-das-preiswunder-ist-vorbei-oder-doch-nicht/

Mehr aus Polen

Neues aus Masuren – Das Wiedersehen

Masuren war bei unserer ersten Polenreise vor vier Jahren unser Sehnsuchtsziel. Es gefiel uns dort auf Anhieb sehr. Und wir lernten Ellen und Sarah kennen, die zusammen das Hotel und Restaurant „Mazur Syrenka“ führen. Das erste Video, das wir über Masuren und Krutyn gemacht haben, wurde ein großer Erfolg bei YouTube und sehr viele unserer Zuschauer reisten auf unseren Spuren bis nach Masuren und probierten die polnische Küche bei Ellen und Sarah aus.

Nach vielen Schwierigkeiten haben es die Schwestern nun geschafft, eine Renovierung der Einrichtungen auf ihrem Campingplatz zu stemmen. Zur Neueröffnung im Juni 2025 erreichte uns dann eine Einladung aus Krutyn, die wir sehr gerne angenommen haben. Wir wollten auf unserer dritten Reise nach Polen unbedingt auch wieder nach den Masuren fahren. Die Landschaft mögen wir einfach sehr. 

Nach zwei Tagen erreichten wir am 23. August 2025 Krutyn und freuten uns auf ein Wiedersehen mit den Schwestern. Ellen hat uns zur Begrüßung ein Menü mit einer Salzgurkensuppe, Piroggi gefüllt mit Hirschfleisch und Jägersosse sowie einem Baiser mit Mascarpone, Sahne und Johannisbeermousse ausgesucht. Ein leckerer Einstieg in unseren Masurenaufenthalt.

Am nächsten Tag herrschte wieder sehr durchwachsenes Wetter. Am Nachmittag machen wir einen Spaziergang an der Krutynia und regnen dabei komplett ein. Aber die Stimmung am Fluss hat trotzdem einen ganz besonderen Reiz. Wir mögen sowas. Es ist aber viel zu kalt für August.

An einem Morgen ist Nebel angekündigt und stehe früh auf. Morgens um sechs geht es zur Krutynia um Nebelstimmungen aufzunehmen. Ich habe Glück und die Drohne fängt ein sehr schönes Bild ein. Es zeigt vernebelte Bäume im Gegenlicht der aufgehenden Sonne. So kann es fotografisch gerne weitergehen.

 

Der 29. August ist endlich ein schöner und warmer Tag. Vormittags sind wir noch auf dem Platz, bereiten Dinge für neue Videos vor. Mittags zieht es vorübergehend etwas zu, es folgt ein kurzer Regenguss. Gegen 15 Uhr wird es wieder besser und wir sind mit Ellen und Sarah verabredet um ein neues Video mit den beiden aufzunehmen.

Abends freuen wir uns, endlich mal beim Essen auf der Terrasse an der Krutynia  sitzen zu können. Die Temperaturen sind bis in den späten Abend angenehm warm.

Tag für Tag kommen weitere Camper, die uns alle kennen und durch uns nach Krutyn gekommen sind. Sehr eindrucksvoll. Wir haben viele schöne Gespräche und tauschen Erfahrungen aus. Abends machen wir zusammen mit den Brandenburgern, dem Paar aus Sachsen und den beiden aus Baden-Württemberg ein gemütliches Lagerfeuer und jeder erzählt Geschichten aus seinem Reiseleben. Wir finden es schön, dass wir mit unseren Videos Camper mit Dachzelt, einem Eriba Camper und Wohnmobilen aller Art erreichen.

Auf der Suche nach dem alten Masuren

Wir fahren am 2. September auf der Suche nach masurischen Häusern in das circa 35 km entfernte Klon, ein Ort, an dem es noch bis zu 40 alte masurische Häuser geben soll. Die Straße dorthin ist nicht die beste und wir müssen teilweise relativ langsam fahren. Als wir Klon erreichen, scheint ein Gewitter aufzuziehen, und das Licht verschlechtert sich sehr. Wir schauen uns die Dorfstraße mit ihren alten Häusern an und sind aber doch etwas enttäuscht. Auf 40 Häuser kommen wir nicht unbedingt vieles ist im schlechten Zustand.

Dafür wurde aber die Straße zu diesem Dorf und in diese Region mit Europamitteln zu Erschließung des ländlichen Raumes verbessert. Es gibt in Klon eine katholische Kirche und die Ruine einer evangelischen Kirche. Wir machen viele Aufnahmen und dann geht es zurück nach Krutyn, vorher wird aber noch getankt (Dieselpreis in diesen Tagen: 1,42 €)

4. September: Wieder geht es früh hinaus. Der Tag fängt mit fotogenem Nebel an. Leider liegt dieser ziemlich lange über der Landschaft. Bei 118 m Flughöhe ist die Drohne über dem Nebel und es gibt einige eindrucksvolle Videoaufnahmen. Der Nebel lichtet sich erst gegen 10:00 Uhr. Dann wird es wieder warm und sonnig. Am Nachmittag nutzen wir das stabile Wetter und wandern zum Jezioro Mokre (Muckersee) und gehen einen Rundweg zu einem Naturschutzgebiet mit drei hübschen kleinen Seen. Eine sehr schöne Tour! In dreieinhalb Stunden treffen wir vier andere Menschen.

6. September: Der Tag beginnt bedeckt. Und steigert sich gegen Abend in ein schweres Unwetter mit Starkregen, Blitzen und Donner vom feinsten. Es regnet im großen Dachfenster wieder rein, wir kennen den Schwachpunkt, da ich an einer Seite (die zum Badfenster) nicht richtig zum Abdichten herangekommen bin. Das tosende Gewitter raubt uns bis vier Uhr am Morgen den Schlaf. Der Donner rollt lautstark in richtig unheimlichen Wellen über das Land.

8. September: Ein guter Tipp, im Mazur Syrenka kann man auch in zauberhafter Lage grosse und kleine Hochzeiten feiern. (Bis 150 Personen)

Am nächsten Morgen machen wir eine schöne Beobachtung. Ca. 25 Kraniche, unsere Lieblingsvögel, sind in der Morgensonne sehen und zu hören. Der Trupp nutzt die Thermik des Morgens um an Flughöhe zu gewinnen. Einfach wunderschön. Der Abschied von Krutyn fällt uns schwer. Wir bedanken uns nochmal für die grandiose und einmalige Zeit in Krutyn und verabschieden uns von Ellen und Sarah. 

9. September: Gegen 13 Uhr verlassen wir Krutyn und fahren über Woinowo nach Galkowo. Dort gehen wir im ehemaligen Forsthaus ins Restaurant „Potocki“. Ganz lecker, Ellen hatte es uns empfohlen. Danach noch ein kurzer Rundgang durch den Galkowo, der wirklich ein hübsches masurisches Dorf ist. Viel Blumenschmuck in den Vorgärten.

Zum neuesten Video:
 

Ausserdem gibt es ein bekanntes Gestüt in Galkowo. Es heißt „Ferenstein“ https://www.stadnina-galkowo.pl

Danach geht es auf einer ziemlich schmalen Strasse nach Mikolaiki, die Fahrzeit beträgt etwa 25 Minuten. Wir erreichen gegen 17:30 den kleinen sehr zentralgelegenen Stellplatz „Camperpark Mikolajki“. Einfach, aber gut gemacht. Kleine, durch Hecken abgetrennte Parzellen, Ver- und Entsorgung, Waschmaschine, Trockner. Eine Dusche, jeweils eine Toilette m/w aber immerhin. Der Platz ist bewacht, der Betreiber wohnt auf dem Platz. Bis zur Hafenpromenade sind es ca. 100 Meter, also ideal. In der Nähe viele Restaurants, Bootsverleiher, Rundfahrtschiffe und auch zwei Kontore, also Wechselstuben.  Bis 18 Uhr sollte man auf dem Platz angekommen sein, danach ist die Schranke zu. 12 Plätze gibt es.

Der Stellplatz in Mikolaiki - Masuren
Der Stellplatz in Mikolaiki – Masuren

Dann kommt plötzlich alles anders

10. September: Morgens Regen, aber der Wetterbericht meint, es wird noch schön.

Deswegen buchen wir für 15:30 eine Schiffsfahrt über die Seen bei Mikołajki. (Deutsch: Nikolaiken) Das Wetter wird tatsächlich nachmittags schön und wir können die Fahrt sehr genießen. Es geht sogar bis zum Spirdingsee, dem größten See Polens. Wir können nur erahnen, wie groß er ist. Nach einer Wende geht es zurück in andere Seen und dann nach fast zwei Stunden wieder nach Mikolaiki. Die Fahrt war ein schönes Erlebnis, was wir nur empfehlen können.

Am Abend hören wir in den Medien von einem Vorfall mit russischen Drohnen in Polen. Und da wir ziemlich dicht an Russland und Weissrussland sind, beschließen wir, hier unsere geplante Reise nach Suwalki und in Richtung Litauen abzubrechen und zurück nach Westen zu fahren. Das ist sehr schade, denn wir haben uns auf diesen Teil Polens sehr gefreut. Aber Polen hat viel zu bieten und wir finden schnell ein Reiseziel, auf das wir uns auch sehr freuen. 

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