Im Rückblick auf das Jahr 2023 sind wir sehr dankbar, dass wir es in diesem Jahr zum ersten Mal geschafft haben, mit kurzen Unterbrechungen fünfeinhalb Monate mit dem Wohnmobil unterwegs zu sein. Seit Jahren träumen wir davon, wirklich lange mit dem Wohnmobil unterwegs zu sein. Das ist einfach unser Ding. Wir lieben es, auf Entdeckungsreise zu gehen. Bei uns gibt es vor der Reise nur einen groben Routenplan, und dann lassen wir uns oft einfach treiben. Und das Schönste an unserer Art zu reisen sind die Entdeckungen und Themen, die sich eher zufällig ergeben.
Wir lieben die Stunden in der Natur, zum Beispiel ganz früh am Morgen einen fantastischen Sonnenaufgang mit seiner Stille zu erleben, durch Wälder oder über Berge zu streifen. Oder Städte und Orte zu entdecken und auf sich wirken zu lassen. Dazu gab es 2023 reichlich Gelegenheit. In unserem fotografischen Jahresrückblick könnt ihr einige unserer schönsten Eindrücke und Momente miterleben.
Der Frühling begann für uns mit einem ausgedehnten Aufenthalt in unserer zweiten Heimat, dem Bayerischen Wald. So schön haben wir ihn noch nie erlebt, obwohl wir schon rund sechzig Mal dort waren. Danach ging es für einen Monat in die Alpenregion. Hier vor allem nach Berchtesgaden und anschließend nach Osttirol in Österreich.
Im Herbst 2023 haben wir mit einem neuen Reisethema begonnen. Im fotografischen Jahresrückblick halten wir uns noch etwas bedeckt, was die neue Tour betrifft, die wir ab Mitte/Ende Januar 2024 auf unserem YouTube-Kanal mit neuen Videos starten. Lasst euch überraschen. Aber vielleicht entdeckt ihr ja auf dem einen oder anderen Motiv in der Bildergalerie, wohin es auf unserer neuen Reise geht. So viel sei verraten: Es geht durch vier Länder.
Fotografischer Jahresrückblick 2023
Wir freuen uns, unseren ganz persönlichen Jahresrückblick mit euch teilen zu können. Vielleicht können wir euch auch wieder für neue Reiseziele und eigene Entdeckungen begeistern.
Nach unserem Aufenthalt in Berchtesgaden war Österreich das nächste Ziel unserer Reise. Wir wollten noch länger in die Bergwelt eintauchen. Schließlich waren wir schon lange nicht mehr in den Alpen gewesen. Als erstes wollten wir uns das Virgental ansehen.
Die Entfernung von Berchtesgaden nach Virgen betrug ca. 176 km. Wenn man längere Zeit nicht in den Bergen gefahren ist, ist das schon anstrengend. Die Berge rauf und runter, dann die Felbertauernstraße mit dem Felbertauerntunnel. Der Tunnel wurde 1967 eröffnet, ist 5,5 km lang und verbindet die österreichischen Bundesländer Salzburg und Tirol. Die Maut kostete 13,50 €. Danach fuhren wir hinunter nach Matrei und bogen dort rechts ins Virgental ab. Das Tal ist landschaftlich sehr schön, aber an allen Hängen sieht man massive Borkenkäferprobleme. Überall große Flächen abgestorbener Fichten und an den Straßenrändern gestapeltes Käferholz.
Auf dem Campingplatz Habererhof
Der Habererhof bei Virgen
Kurze Zeit später erreichten wir den Habererhof. Dort bekamen wir einen schönen Platz zugewiesen. Die Übernachtung kostete 30 € für zwei Personen inklusive Strom, Ver- und Entsorgung. Auch die Duschen waren inklusive. Die Benutzung der Waschmaschine kostete extra. Das Grauwasser konnten wir leider nicht über einen Bodeneinlauf entsorgen, sondern nur in ein Becken. Die Kassettenentleerung war aber problemlos möglich. Es gab einen Kinderspielplatz, Landwirtschaft, Kühe, Produkte. Der Habererhof ist für Wohnmobile, Wohnwagen und Zelte geeignet. Sehr nette Betreiber, Reservierungen ab einer Woche möglich. Ansonsten für Kurzaufenthalte bitte vorher anrufen. Der Platz ist wunderschön und ruhig gelegen. Nach Virgen ist es nicht weit.
Der Habererhof ist sehr gut für Familien mit Kindern geeignet. Insgesamt gibt es 22 Stellplätze. Die Umgebung bietet viele Ausflugsmöglichkeiten. Entlang der Isel kann man einen schönen Spaziergang machen. Die Isel fließt als reißender Fluss durch das Virgental und vereinigt sich bei Matrei mit dem Tauernbach. Ihr Weg führt sie weiter bis nach Lienz, wo sie in die Drau mündet. Sie entwässert eine Fläche von 1.200 Quadratkilometern. Für Wanderer gibt es im Virgental viele Tourenmöglichkeiten. Zum Beispiel Hüttenwanderungen. Wer seine Kräfte etwas schonen möchte, kann sich mit dem Hüttentaxi auf die Berge bringen lassen. Nicht ganz billig, aber eine gute Idee.
Im Umbaltal auf dem Weg zu den Wasserfällen
Die Umbal Wasserfälle
Wir fuhren bei schönem Wetter bis zum Ende des Virgentals. Dort mussten wir übrigens auf dem Wanderparkplatz in Ströden für unser Wohnmobil eine Parkgebühr von 16 Euro bezahlen, obwohl wir auf dem gleichen Parkplatz standen wie ein PKW, für den man 8 Euro bezahlen muss. Von dort aus unternahmen wir eine leichte Wanderung zu den beeindruckenden Umbaltal-Wasserfällen. Zu den Wasserfällen läuft man etwa eine halbe Stunde in mäßiger Steigung. Man kann auch mit der Pferdekutsche fahren. Die Fahrt kostet fünf Euro pro Person.
Die Umbalfälle sind Wasserfälle am Oberlauf der Isel. Sie wurden 1991 zum Naturdenkmal erklärt. Die Isel entspringt in 2.400 Metern Höhe aus dem Umbalkees, einem Gletscher der Venedigergruppe im Nationalpark Hohe Tauern. Beeindruckend sind die tosenden Wasserfälle, die zum Teil steil in die Tiefe stürzen und dabei Gesteinsmaterial vom Gletscher mit sich reißen. Dadurch entsteht im Laufe der Zeit eine imposante Schliffstruktur des Felsens. Das wunderschöne Umbaltal sollte übrigens einmal für ein Wasserkraftwerk genutzt werden. Dagegen gab es aber seit den siebziger Jahren heftigen Widerstand. Welch ein Glück für die wunderbare Natur.
Kurz vor den Wasserfällen liegt die Islitzeralm, wo man einkehren kann. Wir hatten einen Schweinsbraten für 15,90 €, der Kaiserschmarrn kostete 12,20 €. Zum Abschluss des Tages überraschte uns ein heftiges Gewitter mit Starkregen und Sturm. Örtliche Feuerwehrfahrzeuge und Privatautos brachten die vom Unwetter überraschten Wanderer zurück zum Parkplatz. Unser Tipp: Das Wetter in den Bergen kann immer schnell umschlagen. Also Vorkehrungen treffen, an einen Temperatursturz denken und daran, dass man schnell sehr nass werden kann. Und die vorher angenehmen Temperaturen fallen plötzlich um 10 Grad und mehr. Für diesen Fall etwas zum Anziehen mitnehmen, Regenkleidung etc. Im Gebirge kann es auch vorkommen, dass man ein herannahendes Gewitter schlecht oder erst spät bemerkt.
Nach diesem Unwetter verwandelte sich die Isel in kurzer Zeit in einen extrem reißenden Fluss und das Flussbett war rasch bis zur Oberkante gefüllt. Im Juli hatten wir noch Glück, aber Ende August überschritt die Isel bei starken Regenfällen die 30-Jahres-Marke und es kam zu unangenehmen Überschwemmungen.
Edencamping in Matrei
Im Juli übernachteten wir sicherheitshalber auf einem Campingplatz in Matrei, abseits der Flüsse. Der Platz heißt Edencamping. Er kostete 33 € pro Tag. Der Platz ist schön angelegt, in einzelne Parzellen für jeweils mehrere Camper aufgeteilt, viel Grün. Die Parzellen sind oft durch Hecken und hohe Bäume abgetrennt. Schön grün also und gemütlich. Man steht auf Rasen, der auch starke Regenschauer gut wegsteckt. Ver- und Entsorgung, Wasser, Sanitär, alles in Ordnung. Wenn ihr hier übernachtet, sucht euch vielleicht einen Platz etwas weiter hinten. Innerhalb des Campingplatzes. Denn vorne an der vielbefahrenen Straße mit Durchgangsverkehr kann es schon mal lauter werden. Neben dem Campingplatz gibt es das Restaurant „Alte Mühle“, es ist ordentlich, mit normalen Preisen.
Wir haben auf dem Campingplatz Eden ohne Strom 33 € pro Nacht bezahlt. Telefonempfang ist gut, SAT ausprobieren, teilweise Schatten. Wichtig: Dieser Campingplatz bei Matrei kann Ausgangspunkt für Fahrten ins Defereggental sein.
Im Defereggental gibt es weder Campingplätze noch Wohnmobilstellplätze. Wir raten vom Wildcampen ab. In Österreich wurde diesen Sommer in den Medien darüber berichtet, dass Wildcampen immer mehr zum Problem wird. In Osttirol ist Wildcampen verboten, da soll man am strengsten sein. Am Obersee z.B. am Stallersattel stehen überall Schilder „Zelten verboten“. Und auch im Hinteren Defereggental, das wir besucht haben, am Oberhauser Zirbenwald stehen solche Schilder. Bitte haltet euch daran. Wenn ihr das Defereggental besuchen wollt, macht es als Tagesausflug. Fahrt früh genug ins Tal und bleibt den ganzen Tag dort.
Blick nach Südtirol vom Staller Sattel aus
Tipps für euch fürs Defereggental:
Wir waren im wunderschönen Defereggental und haben diese drei Tipps für euch.
1. Eine Fahrt hoch bis zur Grenze nach Italien. Es gibt von dort aus tolle Aussichten nach Südtirol und natürlich auch zurück nach Österreich. Parken ist am Obersee möglich (dort gibt es eine Gaststätte). Wenden könnt ihr auch direkt an der Grenze oben. Eine Abfahrt nach Italien ist nur von Minute 01-15 jeder Stunde möglich. Die Straße ist sehr schmal, deshalb gibt es diese Ampelregelung. Cool, denn es kann euch niemand entgegenkommen bei der Abfahrt. Toller Blick und tolle Landschaft oben am Stallersattel.
2. Die beste Almhütte die wir kennen, können wir sehr empfehlen: die Ausserweger Hütte. Mega leckere Almgerichte, freundlich serviert, und schön präsentiert. Es war uns ein Fest, diese Hütte auf 1900 m Höhe in schönster Berglandschaft kennenzulernen. Markus, der Chef, kommt aus Südtirol. Sein Küchenteam und er zaubern tolle Gerichte, die einen Aufenthalt in dieser schönen Bergwelt unvergesslich machen. Zumindest war das für uns so. Gemütliches Ambiente, aussen wie auch in der Hütte, dies bei normalen Preisen.
Österreich, leckeres Essen in der Ausserwegerhütte
3. Ein Naturtipp: der Oberhausener Zirbenwald, er ist mit über 170 ha der größte Zirbenbestand der Ostalpen. Das ist wirklich sehenswert. Zirben sind eine Kiefernart und können bis zu 1200 Jahre alt werden. Man hat vor kurzem herausgefunden, dass Zirben bis in eine Höhe von 2500 m wachsen können. In diesem Wald wachsen darüber hinaus auch viele Lärchen. Den Zirbenwald erreicht man über eine sehr schmale Mautstraße und fährt ca. 8 Kilometer bis zum Parkplatz Oberhaus. (Dort gibt es auch eine bewirtschaftete Alm)
Unterwegs im Hinteren Defereggental
Vom Parkplatz aus kann man in eineinhalb Stunden einen Rund- und Lehrpfad begehen. Es war schön, diesen abgelegenen Teil des hinteren Defereggentales zu erleben. Es gibt dort auch einen Wild-Beobachtungsturm, von dem aus man mit Glück an den Hängen des Tales Tiere sehen kann. Man kann auch dort leider die Spuren eines bereits seit Jahren bestehenden Borkenkäferproblems sehen, die eine Folge des Klimawandels sind. Sehr viel Käferholz, befallene Bäume, müssen von den Hängen abtransportiert werden. Der Wald verliert dadurch immer mehr seine Schutzfunktion für den Menschen. (Lawinen und Erdrutsche nehmen entsprechend zu), Aufforstungen mit klimageeigneten Bäumen sind im Gange. Die kosten aber sehr viel Geld und brauchen Zeit!
Zum Schluss unseres Besuches im Virgental waren wir noch in Virgen im dortigen Bauernladen. Den Laden gibt es seit 30 Jahren. 80 Bäuerinnen und Bauern liefern ihre Produkte aus der Nationalparkregion an den Bauernladen zum Verkauf. Dort gibt es sehr schöne und leckere Sachen als Mitbringsel oder auch für euch selbst zu kaufen. Wir haben Seifen, Salz, Käse und anderes eingekauft.
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