Toruń – UNESCO-Welterbe in Polen

Toruń – eine der ältesten und schönsten Städte Polens – liegt malerisch an der Weichsel im Norden des Landes. Gegründet wurde sie im Jahr 1233 vom Deutschen Orden, und ihr mittelalterlicher Stadtkern zählt heute zum UNESCO-Welterbe. Die Altstadt ist ein Ort, an dem Geschichte, Architektur und modernes Leben auf faszinierende Weise zusammentreffen.

Der Artushof in der Altstadt
Der Artushof in der Altstadt von Torun

Im Herzen der Altstadt steht das Altstädtische Rathaus, eines der bedeutendsten gotischen Bauwerke Polens. Es wurde im 13. Jahrhundert errichtet und diente einst als Zentrum von Handel und Verwaltung. Heute ist hier das Stadtmuseum untergebracht, und vom Turm aus hat man einen großartigen Blick über die roten Dächer und die Weichsel.

Altstädtisches Rathaus in Torun - Polen
Altstädtisches Rathaus in Torun – Polen

Nur wenige Schritte entfernt steht das berühmte Schiefe Haus, auch „Krzywa Wieża“ genannt – ein mittelalterlicher Turm, der sich auffällig zur Seite neigt. Der Legende nach soll ihn ein reuiger Ordensritter als Strafe für seine Sünden errichtet haben. Seine Schieflage um 1,50 Meter macht ihn zu einem beliebten Fotomotiv und zu einem Wahrzeichen der Stadt.

Toruń – Die Burgruine des Deutschen Ordens

Nicht weit davon liegen die Reste der Ordensburg des Deutschen Ordens. Diese Burg war eine der ersten, die der Orden auf polnischem Boden errichten ließ. Mitte des 15. Jahrhunderts zerstörten dann die Bürger Toruńs die Anlage während eines Aufstands gegen den Orden – ein Symbol für den Wandel von einer Ordens- zu einer freien Handelsstadt. Heute sind noch Teile der Mauern, Keller und der sogenannte Dansker, ein Wehr- und Abwasserturm, erhalten.

Der Altstadtplatz, der „Rynek Staromiejski“, bildet das lebendige Zentrum Toruńs. Hier treffen sich Einheimische und Besucher in Cafés, Restaurants und an Marktständen. In seiner Mitte steht das Denkmal des berühmtesten Sohnes der Stadt – Nikolaus Kopernikus, des großen Astronomen, der hier geboren wurde. Rund um den Platz reihen sich prachtvolle Bürgerhäuser, die vom Wohlstand vergangener Jahrhunderte erzählen.

ein barockes Gebäude
Torun, ein barockes Gebäude

Eines dieser Häuser ist das Haus unter dem Stern, ein Bürgerhaus aus dem 13. Jahrhundert mit einer prachtvollen barocken Fassade und einem goldenen Stern auf dem Giebel. Es beherbergt heute ein Museum mit Kunst aus Fernost. Das Gebäude steht sinnbildlich für die Verbindung von Geschichte und Kultur, die Toruń bis heute prägt.

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Toruń beeindruckt durch seine dichte, geschlossene Altstadt und seine lebendige Atmosphäre. Wer hier durch die Gassen schlendert, spürt den Atem der Geschichte: vom Deutschen Orden über die Hansezeit bis in die Gegenwart. Zwischen gotischen Backsteinfassaden, Kopfsteinpflaster und dem Duft frisch gebackener Lebkuchen erzählt Toruń seine Geschichten auf Schritt und Tritt – charmant, lebendig und authentisch und absolut polnisch.

Campingplatz in Torun - Polen
Campingplatz in Torun

Unser Campingplatz

Der einzige Vorteil des Campingplatzes „Tramp“ liegt in seiner Nähe zur Altstadt. Zirka 20-30 Minuten Fussweg oder eine kürzere Fahrt mit dem Fahrrad bis zur malerischen Altstadt von Torun sind über die Weichselbrücke zu bewältigen. Der Platz selbst ist leider durch die Lage an einer vielbefahrenen Straße und einer vielbefahrenen Bahnlinie sehr laut. 36 Euro pro Übernachtung sind dann bei diesen Gegebenheiten wahrlich kein Schnäppchen. Doch die Nähe zur Stadt muss auf den meisten auch ähnlichen gelegenen Campingplätzen anderer Städte meist mitbezahlt werden. 

Auf dem Platz steht alles zur Verfügung, was man braucht. Ver- und Entsorgung sind etwas einfach für den aufgerufenen Preis. Beim Preisniveau des Platzes hätten wir mehr Sauberkeit erwartet. Die Dusche für Menschen mit Beeinträchtigung stand unter Wasser. Eigene Bemühungen dies zu beseitigen, waren erfolglos. 

Die Wiesenbereiche des Campingplatzes werden bei viel Regen schnell matschig. Die Platzbeleuchtung ging bei unserem Aufenthalt leider erst eine Stunde nach Eintritt der Dunkelheit an, was die Suche nach einem freien Platz für uns ärgerlich schwierig machte. 

Gut für Langzeitreisende: Für 30 pln könnt ihr für 3 Stunden einen Waschraum mieten. Dort gibt es zwei Waschmaschinen und einen Trockner. Die Geräte funktionieren gut.

Neben der Rezeption gibt es ein Restaurant. 

Adresse: Camping Tramp,  Kujawska 14 Toruń 87-100 – Polen

Telefon: (+48) 666 35 99 24

Koordinaten: 53°0’0.16″ N 18°36’25.4″ E

Website des Platzes (leider nur in polnischer Sprache)

Neues aus Masuren – Das Wiedersehen

Masuren war bei unserer ersten Polenreise vor vier Jahren unser Sehnsuchtsziel. Es gefiel uns dort auf Anhieb sehr. Und wir lernten Ellen und Sarah kennen, die zusammen das Hotel und Restaurant „Mazur Syrenka“ führen. Das erste Video, das wir über Masuren und Krutyn gemacht haben, wurde ein großer Erfolg bei YouTube und sehr viele unserer Zuschauer reisten auf unseren Spuren bis nach Masuren und probierten die polnische Küche bei Ellen und Sarah aus.

Nach vielen Schwierigkeiten haben es die Schwestern nun geschafft, eine Renovierung der Einrichtungen auf ihrem Campingplatz zu stemmen. Zur Neueröffnung im Juni 2025 erreichte uns dann eine Einladung aus Krutyn, die wir sehr gerne angenommen haben. Wir wollten auf unserer dritten Reise nach Polen unbedingt auch wieder nach den Masuren fahren. Die Landschaft mögen wir einfach sehr. 

Nach zwei Tagen erreichten wir am 23. August 2025 Krutyn und freuten uns auf ein Wiedersehen mit den Schwestern. Ellen hat uns zur Begrüßung ein Menü mit einer Salzgurkensuppe, Piroggi gefüllt mit Hirschfleisch und Jägersosse sowie einem Baiser mit Mascarpone, Sahne und Johannisbeermousse ausgesucht. Ein leckerer Einstieg in unseren Masurenaufenthalt.

Am nächsten Tag herrschte wieder sehr durchwachsenes Wetter. Am Nachmittag machen wir einen Spaziergang an der Krutynia und regnen dabei komplett ein. Aber die Stimmung am Fluss hat trotzdem einen ganz besonderen Reiz. Wir mögen sowas. Es ist aber viel zu kalt für August.

An einem Morgen ist Nebel angekündigt und stehe früh auf. Morgens um sechs geht es zur Krutynia um Nebelstimmungen aufzunehmen. Ich habe Glück und die Drohne fängt ein sehr schönes Bild ein. Es zeigt vernebelte Bäume im Gegenlicht der aufgehenden Sonne. So kann es fotografisch gerne weitergehen.

 

Der 29. August ist endlich ein schöner und warmer Tag. Vormittags sind wir noch auf dem Platz, bereiten Dinge für neue Videos vor. Mittags zieht es vorübergehend etwas zu, es folgt ein kurzer Regenguss. Gegen 15 Uhr wird es wieder besser und wir sind mit Ellen und Sarah verabredet um ein neues Video mit den beiden aufzunehmen.

Abends freuen wir uns, endlich mal beim Essen auf der Terrasse an der Krutynia  sitzen zu können. Die Temperaturen sind bis in den späten Abend angenehm warm.

Tag für Tag kommen weitere Camper, die uns alle kennen und durch uns nach Krutyn gekommen sind. Sehr eindrucksvoll. Wir haben viele schöne Gespräche und tauschen Erfahrungen aus. Abends machen wir zusammen mit den Brandenburgern, dem Paar aus Sachsen und den beiden aus Baden-Württemberg ein gemütliches Lagerfeuer und jeder erzählt Geschichten aus seinem Reiseleben. Wir finden es schön, dass wir mit unseren Videos Camper mit Dachzelt, einem Eriba Camper und Wohnmobilen aller Art erreichen.

Auf der Suche nach dem alten Masuren

Wir fahren am 2. September auf der Suche nach masurischen Häusern in das circa 35 km entfernte Klon, ein Ort, an dem es noch bis zu 40 alte masurische Häuser geben soll. Die Straße dorthin ist nicht die beste und wir müssen teilweise relativ langsam fahren. Als wir Klon erreichen, scheint ein Gewitter aufzuziehen, und das Licht verschlechtert sich sehr. Wir schauen uns die Dorfstraße mit ihren alten Häusern an und sind aber doch etwas enttäuscht. Auf 40 Häuser kommen wir nicht unbedingt vieles ist im schlechten Zustand.

Dafür wurde aber die Straße zu diesem Dorf und in diese Region mit Europamitteln zu Erschließung des ländlichen Raumes verbessert. Es gibt in Klon eine katholische Kirche und die Ruine einer evangelischen Kirche. Wir machen viele Aufnahmen und dann geht es zurück nach Krutyn, vorher wird aber noch getankt (Dieselpreis in diesen Tagen: 1,42 €)

4. September: Wieder geht es früh hinaus. Der Tag fängt mit fotogenem Nebel an. Leider liegt dieser ziemlich lange über der Landschaft. Bei 118 m Flughöhe ist die Drohne über dem Nebel und es gibt einige eindrucksvolle Videoaufnahmen. Der Nebel lichtet sich erst gegen 10:00 Uhr. Dann wird es wieder warm und sonnig. Am Nachmittag nutzen wir das stabile Wetter und wandern zum Jezioro Mokre (Muckersee) und gehen einen Rundweg zu einem Naturschutzgebiet mit drei hübschen kleinen Seen. Eine sehr schöne Tour! In dreieinhalb Stunden treffen wir vier andere Menschen.

6. September: Der Tag beginnt bedeckt. Und steigert sich gegen Abend in ein schweres Unwetter mit Starkregen, Blitzen und Donner vom feinsten. Es regnet im großen Dachfenster wieder rein, wir kennen den Schwachpunkt, da ich an einer Seite (die zum Badfenster) nicht richtig zum Abdichten herangekommen bin. Das tosende Gewitter raubt uns bis vier Uhr am Morgen den Schlaf. Der Donner rollt lautstark in richtig unheimlichen Wellen über das Land.

8. September: Ein guter Tipp, im Mazur Syrenka kann man auch in zauberhafter Lage grosse und kleine Hochzeiten feiern. (Bis 150 Personen)

Am nächsten Morgen machen wir eine schöne Beobachtung. Ca. 25 Kraniche, unsere Lieblingsvögel, sind in der Morgensonne sehen und zu hören. Der Trupp nutzt die Thermik des Morgens um an Flughöhe zu gewinnen. Einfach wunderschön. Der Abschied von Krutyn fällt uns schwer. Wir bedanken uns nochmal für die grandiose und einmalige Zeit in Krutyn und verabschieden uns von Ellen und Sarah. 

9. September: Gegen 13 Uhr verlassen wir Krutyn und fahren über Woinowo nach Galkowo. Dort gehen wir im ehemaligen Forsthaus ins Restaurant „Potocki“. Ganz lecker, Ellen hatte es uns empfohlen. Danach noch ein kurzer Rundgang durch den Galkowo, der wirklich ein hübsches masurisches Dorf ist. Viel Blumenschmuck in den Vorgärten.

Zum neuesten Video:
 

Ausserdem gibt es ein bekanntes Gestüt in Galkowo. Es heißt „Ferenstein“ https://www.stadnina-galkowo.pl

Danach geht es auf einer ziemlich schmalen Strasse nach Mikolaiki, die Fahrzeit beträgt etwa 25 Minuten. Wir erreichen gegen 17:30 den kleinen sehr zentralgelegenen Stellplatz „Camperpark Mikolajki“. Einfach, aber gut gemacht. Kleine, durch Hecken abgetrennte Parzellen, Ver- und Entsorgung, Waschmaschine, Trockner. Eine Dusche, jeweils eine Toilette m/w aber immerhin. Der Platz ist bewacht, der Betreiber wohnt auf dem Platz. Bis zur Hafenpromenade sind es ca. 100 Meter, also ideal. In der Nähe viele Restaurants, Bootsverleiher, Rundfahrtschiffe und auch zwei Kontore, also Wechselstuben.  Bis 18 Uhr sollte man auf dem Platz angekommen sein, danach ist die Schranke zu. 12 Plätze gibt es.

Der Stellplatz in Mikolaiki - Masuren
Der Stellplatz in Mikolaiki – Masuren

Dann kommt plötzlich alles anders

10. September: Morgens Regen, aber der Wetterbericht meint, es wird noch schön.

Deswegen buchen wir für 15:30 eine Schiffsfahrt über die Seen bei Mikołajki. (Deutsch: Nikolaiken) Das Wetter wird tatsächlich nachmittags schön und wir können die Fahrt sehr genießen. Es geht sogar bis zum Spirdingsee, dem größten See Polens. Wir können nur erahnen, wie groß er ist. Nach einer Wende geht es zurück in andere Seen und dann nach fast zwei Stunden wieder nach Mikolaiki. Die Fahrt war ein schönes Erlebnis, was wir nur empfehlen können.

Am Abend hören wir in den Medien von einem Vorfall mit russischen Drohnen in Polen. Und da wir ziemlich dicht an Russland und Weissrussland sind, beschließen wir, hier unsere geplante Reise nach Suwalki und in Richtung Litauen abzubrechen und zurück nach Westen zu fahren. Das ist sehr schade, denn wir haben uns auf diesen Teil Polens sehr gefreut. Aber Polen hat viel zu bieten und wir finden schnell ein Reiseziel, auf das wir uns auch sehr freuen. 

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